Amy Winehouse Lioness

Redakteur 13. Dezember 2011 0

Das am 2. Dezember veröffentlichte Amy Winehouse-Album Lioness: Hidden Treasures erobert die Charts. Im Heimatland von Winehouse, Großbritannien, stürmte Lioness: Hidden Treasures auf Anhieb auf Platz 1, in Deutschland reichte es zunächst „nur“ für Platz 3 in den Album-Charts, hinter Rammsteins Made in Germany 1995 – 2011 und Udo Lindenbergs MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic. Kurios: Auch das 2006’er Album Back to Black von Amy Winehouse steigt in derselben Kalenderwoche (KW 50) bis auf Platz 54 auf.

Anfangs Skepsis

Amy Winehouse Lioness: Hidden Treasures CoverZugegeben, anfangs war die Redaktion von RADIO Reeperbahn skeptisch, was Lioness: Hidden Treasures betrifft. Zu viele Labels haben in der Vergangenheit sogar aus dem Tod ihrer Künstler noch Profit geschlagen, indem sie posthum ein mindermäßiges Album auf den Markt schmissen. Viel zu oft fanden sich auf diesen Alben Stücke, die zwar „bisher unveröffentlicht“ waren, das jedoch aus gutem Grund: Stücke, die einfach nicht veröffentlicht wurden, weil sie zu schlecht waren, wurden nach dem Tod des Musikers noch zur Freude der Labels vergoldet. Dass das erste Album nach dem Tod von Winehouse dann auch noch ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft angekündigt worden ist, hat die Erwartungen nur noch zusätzlich gedämpft.

Alternative Versionen, unveröffentlichte Songs und neue Kompositionen

Aber die Skepsis der RADIO Reeperbahn-Redaktion sollte sich nicht bewahrheiten. Lioness: Hidden Treasures umfasst 12 Songs, die es in sich haben. Darunter befinden sich alternative Versionen von Klassikern, unveröffentlichte Songs und brandneue Kompositionen, die Amy Winehouse kurz vor ihrem Tod am 23. Juli 2011 aufnahm. Verantwortlich für das Album sind Salaam Remi und Mark Ronson; beide haben über Jahre mit Amy Winehouse gearbeitet, sie kennen sich also wie kein anderer Produzent mit dem Werk der britischen Ausnahmekünstlerin aus.

Die gesamte Schaffensperiode, beginnend mit dem Jahr 2002

Amy Winehouse. Foto: Bryan Adams

Amy Winehouse. Foto: Bryan Adams

Lioness: Hidden Treasuresspiegelt die gesamte Schaffensperiode von Amy Winehouse wider. Angefangen mit der Coverversion vom „Girl From Ipanema”, den die damals 18-jährige Winehouse im Mai 2002 gesungen hat, als sie zum ersten Mal nach Miami ging, um ihr Debütalbum Frank aufzunehmen. Aus derselben Session stammt auch „Our Day Will Come (Reggae Version)”, eine recht eigenwillige Neubearbeitung des 60er Jahre Doo Wop Klassikers. Nur drei Monate später, im August 2002, wurde der dritte 2002’er-Song „Halftime” eingespielt.

2003 bis 2005

Der erste Live-Song „Best Friends” wurde im Februar 2003 aufgenommen, ein Song, bei dem man förmlich spürt, wie viel Energie Amy Winehouse hatte, bevor Drogen und Alkohol ihr Leben zerstörten. Aus dem Jahr 2004 stammt „Will You Still Love Me Tomorrow”, eine wunderschöne Version des Shirelles Klassikers. „Tears Dry” (November 2005) kennen Winehouse-Fans von Back to Black, jedoch in einer anderen Version: Auf Lioness: Hidden Treasures befindet sich die Originalversion, während auf Back to Black eine Uptempo Version gepresst wurde.

2006-2011

Von den Back to Black-Sessions stammen schließlich „Wake Up Alone” (One-Take Demo; März 2006) und „Valerie“ (Originalversion mit langsamen Tempo; Dezember 2006). Im Mai 2008 wurden sowohl „Between The Cheats” als auch „Like Smoke featuring NAS“ aufgenommen, die eigentlich für das dritte Studioalbum von Winehouse gedacht waren. Den Abschluss bilden zwei weitere Coverversionen: „A Song For You“, eingespielt im Frühjahr 2009 und schließlich „Body & Soul”, ein Cover des 30er Jahre Jazz-Klassikers. Aufgenommen wurde „A Song For You“ in den berühmten Abbey Road Studios in London im März 2011, Amys letzte Studioaufnahme.

Leave A Response »

You must be logged in to post a comment.